ErlebenGernot

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Von Knieschmerzen, Computersucht und Angst, dass das Leben mit Gott langweilig wird

Für meine Eltern war der christliche Glaube immer schon sehr wichtig. Deswegen sind wir am Sonntag meistens in den Gottesdienst gegangen, vorm Essen wurde gebetet und von klein auf habe ich viele Geschichten der Bibel gehört. Für mich war immer klar, dass es Gott gibt, ich habe es nie bezweifelt oder in Frage gestellt. Ich habe auch immer zu ihm gebetet. Aber mein Leben mit Gott leben - mich von ihm leiten lassen und ihm in allem zu vertrauen -, das wollte ich nicht. Irgendwie wusste ich, dass das gut für mich wäre. Aber ich hatte Angst, dass mein Leben dadurch langweilig wird. Ich habe mich nicht bewusst dagegen entschieden sondern ich habe einfach mein Leben gelebt und dachte, später wenn ich die lustige Zeit des Lebens hinter mir habe, kann ich noch immer ein Leben mit Gott anfangen.
 
Als ich in die höhere Schule kam, lief mein Leben wirklich super. Ich hatte viele Freunde, war körperlich und sportlich in guter Verfassung und mit meinen, oft sehr schlagfertigen Antworten gegenüber meinen Lehrern, hatte ich das Image als Klassenclown aufgebaut. Auch bei den Mädels war ich beliebt. Also was wollte ich denn mehr?
„Warum brauche ich Gott mein Leben läuft doch perfekt“, dachte ich. Ich wusste ja, dass ich einmal sterben würde und ich glaubte auch daran dass es danach nicht einfach aus sein würde. Nur ich dachte: „Ich glaube eh an Gott und bis zum Tod da hab ich ja auch noch genug Zeit. Nur nicht jetzt! Ein Leben mit Gott ist langweilig.“

Knie und Computer

Mit 16 bekam ich Probleme mit meinen Knien. Das erste Mal beim Snowboarden und danach bei einer längeren Mountainbiketour. Ich bekam starke Knieschmerzen. Die Ärzte stellten Meniskus- und Knorpelschäden fest und rieten mir sehr stark davon ab belastende Sportarten zu machen.
 
Daraufhin hat sich mein Leben verändert. Ich war enttäuscht, weil ich dachte nichts mehr tun zu können, und wütend wegen der Einschränkungen. Nein, Gott habe ich nicht gesucht, sondern ich habe mich tief in die Welt der Computerspiele begeben. Klar, ich habe davor auch schon Computer gespielt, aber bei weitem nicht so viel.  Mein Computer wurde sozusagen mein bester Freund - ich wurde süchtig. Körperlich hab ich total abgebaut, und war sogar im Sommer ganz bleich, da ich fast nie mehr draußen war. Meine Standardausrede war immer: "Die Ärzte haben mir ja alles verboten, was soll ich den sonst machen". Da ich fest davon ausging, dass Gott sicher kein Verständnis dafür hat, dass ich den ganzen Tag vor dem Computer sitze, hatte ich wieder Angst mein Leben mit ihm zu leben. "Was bleibt mir dann noch im Leben, wenn ich Computer spielen dann auch nicht mehr darf?"

Den absoluten Tiefpunkt erreichte ich beim Bundesheer. Ein paar Monate zuvor war ich eine leichtfertige Beziehung eingegangen, die während dieser Zeit dann kaputt ging. Alle meine Freunde waren in anderen Einheiten und ich stand auf einmal alleine da. In dieser Zeit habe ich Gott gesucht, ich wollte aber nur, dass er mir wieder mein altes Leben gibt, war aber nicht bereit Gott als meinen Begleiter anzunehmen.

Meine größte Angst war absolut unberechtigt

Meine ersten zwei Semester an der FH Klagenfurt, waren eigentlich so ausgefüllt mit lernen, Vorlesungen und dem täglichen Pendeln zwischen Heimatort und FH, dass ich weder Zeit noch Lust hatte mir irgendwelche Gedanken um mein Leben zu machen. Anfang des dritten Semesters zog ich nach Klagenfurt. Ein ehemaliger Schulkollege der auch in Klagenfurt studiert, nahm mich dann mit zu einem Treffen der ÖSM Gruppe. Von diesem Zeitpunkt an ging ich regelmäßig dorthin. Dort habe ich Gott erfahren. Ich kannte ihn ja eigentlich schon, ich hatte sein Geschenk, dass er für meine Sünden am Kreuz starb schon angenommen. Aber erst da wurde mir bewusst, was es bedeutet, Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott zu haben, das Vorrecht zu haben mit ihm, dem allmächtigen Schöpfer, reden zu dürfen. Dass er mich wirklich kennt und genau weiß was mich bewegt. Dass er immer bei mir ist und mich niemals im Stich lassen wird.

Meine größte Angst, dass mein Leben langweilig sein könnte war absolut unberechtigt. Mein Leben wurde um so viel spannender. Das heißt nicht, dass mein Leben jetzt ohne Probleme und immer nur leicht ist. Aber wenn ich hin falle, dann nicht tiefer als in seine Hände. Es geht mir besser als je zuvor. Und ich weiß, dass ich eines Tages, wenn ich sterbe, bei ihm sein werde. Am 19. April 2009 bin ich in Wien den Halbmarathon gelaufen und seit diesem Winter fahre ich auch wieder Snowboard, ohne Knieschmerzen. Gott sei Dank :-) Und natürlich spiele ich auch noch ab und zu Computer :-)
 

Gernot (Klagenfurt)
Studium: Medizinische Informatik
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