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Gott im Auslandssemester ganz neu begegnet

"Du darfst nicht"

Ich hatte wenig, von dem was es bedeutet als Christ zu leben verstanden, bis ich nach Pamplona, in Spanien, kam und dort eine sehr lebendige christliche Kirche kennen lernte. Die Christen dort waren so anders, als alle, die ich bis dahin kennen gelernt hatte. Das lag natürlich schon einmal daran, dass es sich hierbei um eine sehr gefühlsbetonte Gemeinschaft handelte, mir dieser Stil weitgehend fremd war und ich ihn bisher auch sehr verurteilte hatte. Aber aus Mangel an Alternativen ging ich zu dieser Kirche in den Gottesdienst. Die Menschen waren aber  wirklich nett. Sie organisierten mir eine Unterkunft, ich wollte sie nun auf keinen Fall enttäuschen. Sie nahmen mich von Herzen auf und freuten sich, dass ich mich zu ihnen verirrt hatte.

Was in dieser Kirche abging, sprach mich dann immer mehr an: die Leute schienen Jesus tatsächlich zu lieben. Sie lebten diese Liebe zu Jesus in ihrem Alltag zu ihren Mitmenschen aus.  Das beeindruckte mich sehr, denn mir wurde immer mehr klar, dass Christsein viel mehr ist als nur „Du darfst nicht!“ bedeutete. Mir dämmerte langsam, dass es da um eine Beziehung geht, und zwar mit dem allmächtigen Gott.

Liebe ist viel mehr

Ich hab noch nie viel von Liebe verstanden, verband damit eher nur körperliche Liebe. Ist Liebe nicht immer nur ein schönes Gefühl? Kann ich wohl nur lieben, wenn ich verliebt bin? Nun ja, ich begann dort in Spanien zu verstehen, dass Liebe viel mehr ist und was es bedeutet von Gott geliebt zu sein. Gott liebt nämlich ganz anders, als wir uns das denken. Gott liebt bedingungslos. Er liebt uns so, wie wir sind. Eine Liebe, die nicht das Ihre sucht, die das Böse nicht zurechnet, die sich nicht an der Ungerechtigkeit freut, die alles erträgt, die alles erduldet. Wenn dich das interessiert, dann lies doch mal  in der Bibel im 1. Korintherbrief 13,4-7, so kannst du Gott ganz neu kennen lernen.  



Bei mir machte es schön langsam „klick“ und ich begann ansatzweise zu verstehen, was es bedeutete vom allmächtigen, heiligen Gott so sehr geliebt zu sein, dass er mich als sein Kind annehmen will, damit ich mit Ihm für alle Ewigkeit verbunden sein kann. Die Bedeutung der Kreuzigung von Jesus wurde mir ganz neu als der größte Liebesbeweis Gottes bewusst. „Denn also hat Gott die Welt geliebt“, so heißt es im Johannesevangelium 3,16, „ dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

Liebe hängt also sehr mit Entscheidung zusammen: Gott schickte seinen Sohn aus Liebe zu uns Menschen, weil er sich dazu entschieden hatte, eine Rettungsmöglichkeit für die gesamte Menschheit anzubieten. Mir war klar, dass ich nicht durch das Einhalten von Geboten zu Gott kommen konnte. Ich begann ehrlich zu mir zu werden und gab zu, dass ich doch nie selbst durch meinen noch so moralischen Lebensstil die Heiligkeit Gottes erreichen könnte. Ich hörte auf mit der Heuchelei und begann mein Leben in Demut neu an Gott auszurichten.

Ja, ich brauche Jesus, damit ich mit Gott wieder ins Reine kommen kann. Er ist der Preis, das Lösegeld, für meine bösen Taten. „Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Römerbrief 6,23) Durch seinen Tod hat er meine vergangene, gegenwärtige und zukünftige Schuld bezahlt. Jesus ist an meiner Statt gestorben. Das steht im 2. Korintherbrief 5,21: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ Jesus ist mein "Sündenbock" geworden.

Ich bin Gott so dankbar, dass er seinen einzigen Sohn vor 2000 Jahren auf diese Welt schickte; es ist so unglaublich und doch wahr, was hier passierte. Es hebt meinen Selbstwert ungemein zu wissen, der allmächtige Gott, der sich durch Jesus uns Menschen offenbart hat, ist für mich und für die ganze Welt am Kreuz gestorben. Mein Wunsch ist es, diesen einzigartigen Gott immer besser kennen zu lernen und anderen Menschen den Weg zu ihm zu weisen.



Und trotzdem: Warum lauf´ ich dann so oft weg von ihm und suche mein Glück in anderen Dingen? Ich vertraue Gott so oft nicht, dass er für mich das Beste im Sinn hat. Mein Leben ist nicht perfekt, ich kämpfe um Anerkennung von Menschen werde enttäuscht von Menschen, verletze andere, zweifle häufig an der Existenz Gottes. Doch ich kann jeden Tag neu zu Gott, meinem Vater, kommen, der mir  eine neue Chance gibt, mir vergibt und mir seine Liebe ganz neu zuspricht.

Wie geht es mir nun mit den Geboten?

Die Zehn Gebote der Bibel sind für mich nach wie vor wichtig. Ich verstand, dass Gott sie uns Menschen aus Liebe gab, nicht um uns den Spaß zu verderben, sondern als Schutz vor uns selber.  Von Thomas Hobbes kennen wir folgenden Satz: „Homo homini lupus“ (Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf). Hat er nicht recht damit? Was wäre, wenn es keine mit staatlicher Zwangsgewalt sanktionierbaren Gesetze auf dieser Welt gäbe?  Wir hätten eine Anarchie. Totales Chaos. Das Recht des Stärkeren. Absoluter Ausnahmezustand. Es gibt dafür Beispiele in der Geschichte. Gott wusste das und setzt daher dem Menschen durch seine Gebote klare Grenzen, als Hilfe zum Leben miteinander und als Schutz.

Durch Jesus hab´ ich die Freiheit bekommen, für Gott mein Leben zu führen.  Gott nun zu dienen. Ich kann mich jeden Tag neu dafür oder dagegen entscheiden. Da ich nun begriffen habe, wie sehr Gott mich liebt, fällt es mir viel leichter seinen guten Willen zu tun, da ich weiß, dass es mir letztlich zum Besten dienen wird. Schließlich ist ja Gott allwissend und nicht ich.

Auch wenn du an die Existenz Gottes nicht glaubst, er ist trotzdem da. Dein Nichtglaube macht Gott nicht inexistent. Wenn du Gott ehrlich suchst, wird er sich dir zeigen; was er am Kreuz tat, gilt nämlich für alle.

Fritz (Innsbruck)
Studium: Rechtswissenschaften
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